Auswege, Alternativen und neue Marktstrategien
Agrarmisere und Schuldenfalle
Erstellt: |
Montag, 22. Februar 2010 um 16:53 Uhr |
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Autor: Walter Kothe und Michael Born |
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Seite 1 von 6
Immer mehr Landwirte kommen dieser Tage in ernste Schwierigkeiten. Die Erträge, die der Hof abwirft, decken oft nur noch die
Betriebskosten. Manchen droht inzwischen sogar der Verlust des gesamten Hofes durch Überschuldung.Die Ursachen für diese Fehlentwicklung sind vielfältiger Natur. Oft wirken mehrere Faktoren zusammen. Einige Wesentliche seien genannt:
An erster Stelle zu nennen ist eine weitgehend verfehlte Preispolitik auf EU-Ebene, mit der Konsequenz eines so gut wie ungebrochenen Preisverfalls für die meisten Agrarprodukte.Über Jahrzehnte hinweg!
Von Stern-Redakteuren, Selbstversorgern und Paprikaschoten
Quelle: zentralgarten.de
.... Eine Salatgurke für 19 Cent, drei Paprikas in Ampelfarben für 79 Cent - welcher Gärtner kann schon zu diesen Preisen produzieren, wenn er alle Kosten für Saatgut, Anzuchterde, Töpfe, Geräte, Wasser und womöglich das beheizte Gewächshaus einkalkuliert?
Befremdlich also, dass der Artikel im “Stern” nur um den angeblichen Sparvorteil kreiste; von der Freude am Gärtnern, der Lust, jeden Tag etwas Neues zu entdecken, dem Entzücken der Kinder, wenn sie die Monatserdbeeren plündern, war in keinem Satz die Rede. Selbst der oft bessere Geschmack der knackfrischen Gartenware blieb unerwähnt, ebenso wie die ökologischen Vorteile. Im Gegenteil: Wer sich selbst versorgen wolle, so wurden wir belehrt, müsse “das Ökologische” lieber vergessen und zur Spritze greifen. Sonst stimmten die Erträge nicht.
Um Himmels willen, ...mehr
Nach dem Motto „wachsen oder weichen“ wurde die Landwirtschaft zudem durch eine amtliche Fehlberatung in eine Überspezialisierung getrieben.
Quelle: zentralgarten.de .... Eine Salatgurke für 19 Cent, drei Paprikas in Ampelfarben für 79 Cent - welcher Gärtner kann schon zu diesen Preisen produzieren, wenn er alle Kosten für Saatgut, Anzuchterde, Töpfe, Geräte, Wasser und womöglich das beheizte Gewächshaus einkalkuliert?
Befremdlich also, dass der Artikel im “Stern” nur um den angeblichen Sparvorteil kreiste; von der Freude am Gärtnern, der Lust, jeden Tag etwas Neues zu entdecken, dem Entzücken der Kinder, wenn sie die Monatserdbeeren plündern, war in keinem Satz die Rede. Selbst der oft bessere Geschmack der knackfrischen Gartenware blieb unerwähnt, ebenso wie die ökologischen Vorteile. Im Gegenteil: Wer sich selbst versorgen wolle, so wurden wir belehrt, müsse “das Ökologische” lieber vergessen und zur Spritze greifen. Sonst stimmten die Erträge nicht.
Um Himmels willen, ...mehr
Die internationale Spekulation wartet schon auf all die Agrarflächen, die schon sehr bald billig zu ersteigern sein werden, wenn alle diese Fehlentwicklungen in einer Pleitewelle nie gekannten Ausmaßes enden werden.
Gibt es einen Ausweg aus der „Agrarmisere“?
Kann den Landwirten geholfen werden, auch wenn die gesellschaftlichen, politischen, bürokratischen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen keinen Ausweg zu lassen scheinen? Nicht wenige Hürden müssten dazu genommen
werden.
Der einzige Weg, all die Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte einigermaßen zu kompensieren, besteht darin, den Verbraucher selber und ganz unmittelbar dazu zu veranlassen, die Landwirtschaft wieder rentabel zu machen und zu entschulden. Dazu müssten Landwirte und
Verbraucher in gegenseitigem Interessen sehr viel enger zusammenarbeiten, um den Zwischenhandel zu verdrängen, Preisdiktate auszuhebeln, die Bürokratie „faktisch“ mehr und mehr zu entmachten, den Banken die Papiergeld – Schulden zurückzahlen sowie Spekulation
und Großkonzerne auszuschalten. Denn diese Faktoren sind die Hürden, die einer Entschuldung entgegenstehen. Keine geringen Widerstände!
Was könnte den Bürger und Verbraucher in dieses Boot holen?
Die meisten Menschen auf der Welt sind „Landlose“, die nie eine Chance haben werden, Grund und Boden zu erwerben oder zumindest zu nutzen. Das gilt auch für Deutschland. Gerade die Bezieher kleiner Einkommen und die Halter kleiner Vermögen tun sich schwer, wert und nachhaltige Anlagen für ihre Spargroschen zu finden, welche die demnächst in das Haus stehende Geldentwertung überstehen können.
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