1. Bayerischer Ministerpräsident
Kurt Eisner
Erstellt: |
Montag, 06. April 2009 um 20:18 Uhr |
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Autor: drschnueffel |
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In der Nacht zum 8. November 1918 rief Eisner in der ersten Sitzung der Arbeiter- und Soldatenräte im Mathäserbräu in München die Republik Bayern als Freistaat aus (sinngemäß „frei von Monarchie“) und
erklärte das herrschende Königshaus der Wittelsbacher für abgesetzt.„Was notwendig ist, dafür muß Geld da sein. Und wenn das Geld nicht da sein sollte, so muß das ganze System von Grund auf geändert werden. Die produktive Arbeit hat sich nicht mehr nach der Finanzlage zu richten, sondern die Finanzen müßen geschaffen werden für die Herstellung produktiver Arbeit.“ – Kurt Eisner
Eisner wurde vom Münchner Arbeiter- und Soldatenrat zum ersten Ministerpräsidenten der neuen bayerischen Republik gewählt und bildete kurz darauf ein Regierungskabinett aus Mitgliedern der SPD und der USPD, in dem er neben seinem Amt des Regierungschefs auch den Posten des Außenministers einnahm.
Am 12. November gab Ludwig III. die Anifer Erklärung ab, die am Folgetag in München veröffentlicht wurde. In ihr entband er die bayerischen Beamten und Soldaten vom Treueid auf den König und stellte damit den Fortgang der Verwaltung sicher. Auf den Thron verzichtete er hingegen nie.
Am 21. Februar 1919 wurde Kurt Eisner von Anton Graf von Arco auf Valley feige von hinten und aus unmittelbarer Nähe mit zwei Schüssen in Rücken und Kopf ermordet. Eisner war sofort tot.

Der Schankkellner Alois Lindner, ein Mitglied des Revolutionären Arbeiterrats (RAR), schoss aus Rache zwei Stunden nach dem Mord von der Zuschauertribüne des Bayerischen Landtags aus auf den SPD-Vorsitzenden Erhard Auer, den er als Hintermann des Attentats vermutete. Der Major Paul von Jahreiß versuchte Lindner zu ergreifen und wurde getötet, ein (möglicherweise zweiter) Attentäter erschoss den konservativen Abgeordneten Heinrich Osel. Die konstituierende Landtagssitzung wurde nach diesen tumultartigen und unter den Anwesenden Panik auslösenden Ereignissen vertagt.
Der Prozess gegen den Mörder fand fast ein Jahr nach der Tat statt und der Richter Georg Neithardt führte die Verhandlung sehr oberflächlich. Graf Arco, versuchte mit dem Motiv eines angeblichen und nicht beweisbaren „Geheimnisverrat Eisners an die Alliierten“ sein Attentat zu rechtfertigen.
Das Gericht hat am 16. Januar 1920 über Arco das Todesurteil ausgesprochen. Die Bayerische Landesregierung begnadigte ihn allerdings bereits am darauffolgenden Tag zu lebenslanger Festungshaft in der Festung Landsberg am Lech, aus der er im Zuge einer Amnestierungswelle im April 1924 entlassen wurde. Im Oktober 1927 folgte die endgültige Begnadigung.
Hingegen fehlt ein würdiges Denkmal für den ermordeten Gründer des Freistaat Bayern und ersten Ministerpräsidenten im Zentrum der Landeshauptstadt München bis heute!
Mehr zur Kunstaktion zum 90. Eisner-Todestag auf der nächsten Seite
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