Eine Prestigefrage
Waffen in Privatbesitz
Erstellt: |
Donnerstag, 26. März 2009 um 16:49 Uhr |
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Autor: Gert Flegelskamp |
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Ich kann beide Argumente nicht beurteilen. Ich kenne unser Waffengesetz nicht und weiß auch nicht, wie leicht oder wie schwer es ist, sich illegal eine Waffe zu besorgen. Für mich ist die USA ein typisches Beispiel. Die Waffenlobby verhindert seit Jahrzehnten schärfere Waffengesetze. Aber die USA sind auch das Land mit einer immensen Zahl an Tötungsdelikten mit Schusswaffen und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, mit der höchsten Mordrate aller westlichen Länder. Waffenbesitz hat auch nichts mit Freiheit zu tun, sondern ausschließlich mit Vernunft. Hätte ich eine Waffe und würde bei mir eingebrochen, ich aber wach wegen der Geräusche durch den Einbrecher, dann würde ich die Waffe nehmen und mich gleich viel stärker und mächtiger fühlen. Ich würde mich also nicht verkriechen, sondern mutig zur Tat schreiten, den dreisten Einbrecher zu fassen und den Behörden zu übergeben. Pech für mich, wenn der Einbrecher auch eine Waffe hat. Dann kommt es nämlich darauf an, wer besser mit diesem Gerät umgehen kann und wer schneller ist. Wie im guten alten wilden Westen. Aber ich denke, nichts, was ich besitze, ist den Einsatz des Lebens wert, weder meines Lebens noch das des Einbrechers. Vermutlich denkt der Einbrecher anders darüber aber das kann meine Einstellung nicht tangieren. Schon diese Sicht lässt mich den Besitz von Waffen als kontraproduktiv empfinden.
Aber ich war auch mal jung und in meiner Jugend haben mich Schusswaffen fasziniert. Wie wohl alle meiner Altersklasse haben mich Wildwestromane begeistert und ich habe die Groschenheftchen regelrecht verschlungen, sehr zum Leidwesen meiner Eltern. Sobald ich es mir leisten Konnte, habe ich mir eine billige und klobige Luftpistole gekauft und mit Kumpels auf Zielscheiben geschossen. Auf dem Rummel haben mich die Schießbunden weitaus mehr interessiert, als die anderen Attraktionen (ausgenommen die Autoscooter). Doch auch damals wäre mir nie in den Sinn gekommen, eine Waffe auf einen Menschen zu richten. Aber das hatte wohl auch mit meiner Erziehung zu tun. Anstand, Moral und Fairness habe ich bei meinen Eltern gelernt. Hatte ich Kummer, gleich welcher Art, konnte ich damit zu meinen Eltern gehen, aber auch, wenn ich etwas ausgefressen hatte. Hatte ich mich daneben benommen (und das kam häufiger vor), dann gingen mein Vater oder meine Mutter mit mir zu dem Betroffenen und ich entschuldigte mich für mein Verhalten. Natürlich bedurfte es dazu schon ein wenig Druck seitens meiner Eltern. Aber ich merkte schnell, dass ich von den Betroffenen als Folge wieder freundlich behandelt wurde, weil man meine Entschuldigung als anständiges Verhalten wertete. In der Folge hatte ich selten Stress, gewann Selbstvertrauen und verlor nie mein Vertrauen zu meinen Eltern.
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